Die Klinik Im Hasel wurde 1974 als Institution der Von Effinger Stiftung eröffnet. Sie ist eine ärztlich geleitete Einrichtung zur Behandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. Medizinisches und psychologisches Fachpersonal mit viel Erfahrung in Diagnostik und der Behandlung von Substanz- und Traumafolgestörungen begleiten Menschen mit Alkohol- und anderen Abhängigkeiten zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Der Klinik angegliedert sind eine Tagesklinik, ein Ambulatorium sowie eine stationäre Therapie, welche zahlreiche Synergien und individuelle, auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Patientinnen und Patienten abgestimmte Therapien ermöglichen.

 

Erfolgreicher Projektabschluss: KIS-Kompletteinführung in der Klinik Im Hasel AG

Zum Jahreswechsel hat die Klinik Im Hasel gemeinsam mit der Firma Erne Consulting und weiteren Partnerfirmen ein erfolgreiches KIS-Kompletteinführungsprojekt abgeschlossen. Innerhalb von 18 Monaten wurde dabei die komplette Produktpalette von POLYPOINT in Rekordzeit eingeführt. Ein grosser Schritt ins digitale Zeitalter ist vollzogen.

Wenn heute das Telefon im Ambulatorium Lenzburg klingelt und sich Herr A zu einem Erstgespräch anmeldet, ist POLYPOINT nicht mehr wegzudenken. Mit einem Klick findet Brigitte Suter vom Sekretariat freie Kapazitäten für Erstgespräche im System und bucht dem Patienten sogleich einen passenden Termin. Die voraussichtlich zu verrechnenden Leistungspositionen werden dabei bereits mit dem Termin verknüpft und dem Therapeuten nach Abschluss des Gesprächs automatisch vorgeschlagen. Die Leistungserfassung als «Abfallprodukt» einer durchdachten Planung reduziert dabei nicht nur den Erfassungsaufwand auf ein Minimum, sondern beugt gleichzeitig Fehlern bei der Erfassung vor.

Gemeinsam mit Psychotherapeut Marc Gallus entscheidet sich Herr A für einen stationären Aufenthalt in der Klinik Im Hasel. Der Fall wird unmittelbar an die Bettendisposition weitergeleitet, wo der Eintritt geplant und vorbereitet wird. Das Erstgespräch dokumentiert Marc Gallus in der neu gestalteten ambulanten Krankengeschichte, aus der wiederum mit wenigen Klicks ein Bericht an die zuweisende Stelle erstellt werden kann. Innovative Spracherkennungssoftware nimmt ihm dabei das Tippen ab, sodass er sich voll und ganz auf die wesentlichen Inhalte konzentrieren kann.

Dort Anknüpfen, wo der Vorbehandler aufgehört hat, heisst die Devise bei der stationären Aufnahme von Herrn A einige Wochen später. Nach Eintritt in der Klinik wird die auf die individuellen Bedürfnisse der stationären Therapie angepasste Krankengeschichte eröffnet. Relevante Inhalte aus dem ambulanten Erstgespräch werden dabei automatisch übernommen. Somit können alle Berufsgruppen von der Vorarbeit des Kollegen aus Lenzburg profitieren. Beim Verordnen unterstützt ein in die Kurve integriertes CDS-System (Clinical-Decision-Support) die Ärztin Dr. Sandra Karrer mit automatischen Warnhinweisen bei Interaktion von Wirkstoffen und allergischen Reaktionen. Im Hintergrunddienst kann sie ausserdem - dank der auf mobile Geräte optimierten Kurve - von überall mit ihrem iPad auf relevante Informationen wie Medikation, Vitalwerte und den interdisziplinären Verlauf von Herrn A zugreifen, um im Notfall schnell informierte Entscheidungen treffen zu können. Die Datensicherheit ist dabei dank Verschlüsselungstechnologie und Zwei-Faktor-Authentifizierung jederzeit gewährt, auch bei Verlust des Geräts.

Nach dem Therapieplanungsgespräch, das die fallführende Therapeutin Sabrina Krebs gemeinsam mit ihrem Patienten durchführt, wird im zentralen Terminplanungsbüro von Petra Jäggi für Herrn A ein auf seine Indikation individualisierter Behandlungsplan erstellt. Dank lückenloser Integration der Personaleinsatzplanung können dabei Personalengpässe frühzeitig vorgebeugt und Ressourcen gleichmässig ausgelastet werden. Die Leistungserfassung als «Abfallprodukt» einer integrierten Behandlungs- und Personaleinsatzplanung wird auch hier genutzt. In der von Erne Consulting in Zusammenarbeit mit der Rodix GmbH komplett neu gestalteten tacs®-Erfassung werden Termine und Absenzen automatisch in Leistungsminuten übersetzt, sodass nur noch ungeplante Leistungen manuell nacherfasst werden müssen. Ca. zwei Drittel der Tagesleistungen sind somit ohne zusätzlichen Aufwand bereits erfasst.

Dank der innovativen und lösungsorientierten Arbeit des gesamten Projektteams gemeinsam mit unseren Projektpartnern kann unsere Klinik bereits 18 Monate nach dem Kick-off stolz und zufrieden einen erfolgreichen Projektabschluss verkünden. Intensive und von grossen Veränderungen geprägte eineinhalb Jahre liegen hinter uns, die bereits heute ihre Potenziale im Hinblick auf Patientensicherheit und Effizienz entfalten. Durch ein agiles und anwenderorientiertes Applikationsmanagement soll das Team auch zukünftig ermutigt werden, an der Weiterentwicklung der Systemlandschaft aktiv teilzunehmen und die Potenziale digitaler Technologie für unsere Organisation und unsere Patienten weiter nutzbar zu machen. Von unseren Softwarelieferanten, insb. Erne Consulting, wünschen wir uns weiterhin eine so enge und gute Zusammenarbeit, wie wir sie in den letzten eineinhalb Jahren erfahren durften. Dabei sind wir uns bewusst, dass die Digitalisierung unserer Klinik zum heutigen Tage keinesfalls beendet ist, sondern gerade erst ihren Anfang genommen hat. Das elektronische Patientendossier und neue, App-gestützte Behandlungsmethoden sind Beispiele für Chancen und Herausforderung zugleich, denen wir uns in der Zukunft gerne stellen möchten. Dabei muss als Grundsatz gelten: Digitale Technologien sind kein Selbstzweck, letztlich müssen sie dem Wohle der Patienten dienen.

Autor: Luis Schüller, Projektleiter KIS Klinik Im Hasel